Tourismusinformation St. Martin im Mühlkreis

07232 / 2105-18

Schloss Neuhaus

 

Passauer Bischöfe erkennen vor mehr als 800 Jahren die Schönheit des Naturraumes Donautal und bauen hier ein Haus für die Falkenjagd. In Anlehnungabout:newtab an den Stammsitz in Passau – der „Veste Oberhaus“ – nennen sie das neue Jagdschloss „Neuhaus“. Die Feste Neuhaus hat im Wechsel der Zeit viele unruhige Tage erlebt. Blutige Fehden werden ausgetragen. Ruhmreiche Geschlechter wie die Schaunberger, Thurn und Taxis beherrschen die Burg.

Das Adelsgeschlecht der Schaunberger erhält 1371 n.Chr. vom habsburgischen Landesfürsten die Erlaubnis Maut von Handelsschiffen auf der Donau einzuheben. Zu der Zeit ist unterhalb des Schlosses der Mautturm (Kettenturm) – heute ein gern besuchter Aussichtsturm – entstanden. Die Schaunberger Grafen versuchen Ende des 14. Jahrhunderts ihre Besitzungen zu einem eigenem – vom Herzogtum Österreich unabhängigen – Land zu machen. Herzog Albrecht belagert daraufhin erfolgreich die Burg Neuhaus. Dabei werden erstmals Feuerwaffen eingesetzt. Zu den Zeiten der Türkenbelagerungen wird Neuhaus als Schutzburg gegen die vorrückenden Türken bestimmt. Im Oberösterreichischen Bauernkrieg 1626 wird Neuhaus erobert und geplündert. Viele Bauern werden getötet. Der Sage nach erscheinen deren Geister dem Burgherren so lange, bis dieser an den Gräbern Kreuze aufstellen lässt.

Nach 1650 erhalten „Sprinzensteiner“ hohe Gerichtsbarkeit zuerkannt und die Rechte Brauhäuser und Tafernen zu errichten. Im Jahr 1685 wird das heutige Naturdenkmal Hainbuchenallee für Gartenfeste der Schlossbewohner angelegt. Der letzte große Erweiterungsbau der Burg wird mit der feierlichen Einweihung der Schlosskapelle 1720 abgeschlossen. Das Altarbild des Malers Johann Phillip Ruckenbauer, die Fenster und die Kastenorgel stammen aus dieser Zeit. 1868 erwirbt Eduard Planck von Plankenburg den Gutsbesitz. Seit 1920 ist das Schloss Neuhaus im Besitz der Familie Plappart.

Einzigartig ist der fünfeckige Bergfried mit Kleeblattfries und die einzigartige Spottfigur an der Ostecke des Turmes. Während an den anderen Ecken zwei Menschen und zwei Tierfiguren als Wasserspeier fungieren, befindet sich hier eine menschliche Figur, die dem Betrachter ihr Hinterteil entgegenstreckt. Diese Geste wird umso dramatischer, wenn man sich das „menschliche Gesäß“ in seiner ursprünglichen Funktion als Wasserablauf vorstellt! Die Figur wird häufig als gebaute Provokation an die Adresse der habsburgischen Landesfürsten in Wien gedeutet.


gesaess-von-neuhaus ostseite altar hainbuchenallee turnierhof


KONTAKT:
Schloss Neuhaus
Neuhaus 1, 4113 St. Martin i.M.
Telefon: +43 (0) 664 / 253 48 10
Email: op@plappart.com